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Küken richtig füttern

    Warum die ersten Wochen entscheidend sind

    Die ersten Wochen im Leben eines Huhns sind entscheidend für die spätere Entwicklung, Gesundheit und Legeleistung. Eine angepasste Fütterung spielt von Anfang an eine zentrale Rolle für stabile, leistungsfähige Tiere.


    Wachstum erfolgt in Phasen

    Das Wachstum von Hühnern erfolgt nicht gleichmäßig, sondern in Schüben.

    In der 1.–7. Lebenswoche entwickeln sich Küken besonders schnell und nehmen täglich stark an Körpergewicht zu. Bereits in dieser Zeit entwickeln sich wichtige Organe wie Herz, Leber und Nieren. Gleichzeitig wird das Verdauungssystem aufgebaut, welches die Grundlage für die spätere Futteraufnahme bildet. Hier besteht also der höchste Bedarf.

    Spezielle Futtermittel wie Kükenstarter oder Alleinfutter bieten in der Regel eine hohe Nährstoffdichte, kombiniert mit einem hohen Proteingehalt und wichtigen essentiellen Aminosäuren.


    Die nächste Phase ist die sogenannte Reifephase, in der die Küken zu Junghennen heranwachsen und sich auf die Legephase vorbereiten. Während sich das Wachstum verlangsamt, steigt die tägliche Futteraufnahme. Deshalb ist eine Anpassung des Futters notwendig.

    Das Futter für diese Phase sollte:
    – etwas weniger Energie enthalten
    – einen deutlich geringeren Rohproteingehalt haben

    Die Umstellung auf Reifefutter kann bereits ab der 7. Lebenswoche schrittweise erfolgen und ab der 8. Woche vollständig umgesetzt werden.

    Bei Bedarf ist auch die Umstellung auf spezielles Futter, z. B. mit Pflanzenextrakten, möglich, welches unterstützend gegen Parasiten wirken kann.


    Ab etwa der 16. Lebenswoche beginnt die Entwicklung der Legeorgane. Der Nährstoffbedarf steigt wieder an, sodass eine erneute Anpassung des Futters notwendig ist.

    👉 Mehr dazu findest du in unserem Blogbeitrag zur Legehennenfütterung.

    Problematisch ist die zu frühe Umstellung auf Legehennenfutter. Diese kann zur Fehlentwicklung der Tiere und später unter anderem zu kleineren Eiern führen. Deshalb ist es wichtig, das Futter immer an die jeweilige Entwicklungsphase anzupassen.


    Die Fütterung

    Grundsätzlich sollte das Futter für Küken und Junghennen ad libitum, also zur freien Verfügung, angeboten werden. Das gelingt am besten mit geeigneten Futtertrögen, die es in vielen Ausführungen im Handel gibt. Spezielle Kükenfuttertröge sind hier besonders sinnvoll.
    In den ersten Lebenstagen können diese je nach Modell jedoch noch zu hoch sein. Deshalb bietet sich in dieser Zeit eine Fütterung aus einer flachen Schale oder auch von Wellpappe (mit den Rillen nach oben) an.

    Für welche Futterform man sich entscheidet, legt einen wichtigen Grundstein in der Hühnerfütterung. Häufige Wechsel zwischen Mehl- und Pelletform sollten vermieden werden, da Hühner richtige Gewohnheitstiere sind. Solche Wechsel können zu Futterverweigerung oder selektivem Fressen führen.

    Die Futterstellen sollten regelmäßig, am besten täglich, kontrolliert und bei Verschmutzungen – beispielsweise durch Kot – gereinigt werden. Verschmutztes Futter kann sonst zu vermeidbaren Krankheiten führen.


    Hinweis zur Kokzidiose

    Ein wichtiger Punkt ist das Thema Kokzidiose:

    Erworbene Küken können bereits gegen Kokzidiose geimpft sein. Das sollte unbedingt bei der Anschaffung erfragt werden. Die Impfung erfolgt in der Regel zwischen dem 5. und 9. Lebenstag über das Trinkwasser oder als Spray über das Futter.

    In diesem Fall darf kein Futter mit Kokzidiostatikum eingesetzt werden, da sich sonst der Impfschutz aufhebt.

    👉 Grundsatz: Entweder Impfung oder Kokzidiostatikum – niemals beides.

    Bei selbst aufgezogenen Küken entscheidet man sich entsprechend für eine der beiden Varianten.

    Auch Junghennen können mit Futter gefüttert werden, das Kokzidiostatika enthält. Dabei sollten jedoch – je nach Wirkstoff – die Absetzfristen beachtet werden, da solche Futtermittel nicht an Legehennen verfüttert werden dürfen.


    Wasser nicht vergessen

    Neben dem Futter spielt auch das Trinkwasser eine wichtige Rolle. Es sollte immer frisch und sauber zur Verfügung stehen.

    In den ersten Tagen verwenden wir aufgrund der Ertrinkungsgefahr eine flache Schale, in der das Wasser breit verteilt ist. Nach wenigen Tagen kann dann auf eine Kükentränke umgestellt werden.


    Richtige Fütterung = gesunde Tiere + gute Leistung

    Wichtig in der Kükenaufzucht ist die regelmäßige Beobachtung der Tiere. Vor allem ein gleichmäßiges Wachstum in Verbindung mit einer sauberen und konstanten Fütterung zahlt sich später aus.

    Experimente sollten in den ersten Wochen vermieden werden, denn diese Zeit bildet die Grundlage für das gesamte Hühnerleben. Fehler können sich langfristig auf Gesundheit und Leistung der Hennen auswirken.

    👉 Eine richtige, bedarfsgerechte Fütterung ist die Basis für gesunde Tiere und eine gute Leistung.