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Die richtige Fütterung von Legehennen

    Worauf es wirklich ankommt – verständlich erklärt aus der Praxis

    Grundlagen der Fütterung

    Legehennen haben einen besonders hohen Nährstoffbedarf, da sie regelmäßig Eier produzieren. Die Fütterung wirkt sich direkt auf Legeleistung, Eigröße, Schalenqualität und die Gesundheit der Tiere aus. Fehler zeigen sich dabei oft sehr schnell – etwa durch weniger Eier oder dünne, brüchige Schalen.


    Die Legephase beginnt in der Regel zwischen der 18. und 22. Lebenswoche. Ab diesem Zeitpunkt wird von Aufzuchtfutter auf Legefutter umgestellt. Wichtig ist, diese Umstellung schrittweise durchzuführen, damit sich Verdauung und Stoffwechsel anpassen können.

    Für eine stabile Legeleistung müssen die Tiere ausreichend mit Energie, Protein und vor allem Calcium versorgt werden. Während Energie die Grundlage für die Eiproduktion bildet und Protein den Eiinhalt bestimmt, ist Calcium entscheidend für stabile Eierschalen. Ein Mangel macht sich schnell durch Qualitätsprobleme bemerkbar.

    Fütterungssystem und Mengen

    In der Praxis gibt es zwei klare Fütterungssysteme: Es wird entweder mit Alleinfutter gearbeitet oder mit einer Kombination aus Ergänzungsfutter und Körnern. Beide Varianten haben ihre Berechtigung, sollten aber nicht parallel eingesetzt werden, da dies schnell zu einer unausgewogenen Versorgung führt.

    Alleinfutter deckt den kompletten Bedarf der Legehennen ab und ist besonders einfach in der Anwendung. Beim Ergänzungsfutter bildet Legemehl oder -korn die Grundlage, während Körner ergänzt werden. Hier ist das richtige Verhältnis entscheidend: etwa zwei Teile Legemehl/-korn zu einem Teil Körner. Ein zu hoher Körneranteil führt schnell zu Nährstoffdefiziten.

    Als grober Richtwert gelten etwa 120 g Futter pro Tier und Tag für eine Legehenne (Hybrid) mit rund 1,5 kg Körpergewicht. Je nach Rasse, Gewicht und Leistung kann dieser Wert jedoch variieren und sollte entsprechend angepasst werden.

    Zusätzlich zum Hauptfutter sollte immer eine separate Calciumquelle wie Muschelschrot angeboten werden. Die Tiere regulieren ihre Aufnahme selbstständig und decken so ihren Bedarf.

    Fütterung im Alltag

    Eine ruhige und gleichmäßige Fütterungsroutine zahlt sich im Alltag aus. Morgens erfolgt die Hauptfütterung, da der Kropf leer ist und die Tiere das Futter besonders gut aufnehmen. Über den Tag hinweg sollte Futter zur freien Verfügung stehen, ergänzt durch Grünfutter.

    Am Abend bietet sich eine Körnergabe an, idealerweise in die Einstreu gestreut. Das sorgt nicht nur für Beschäftigung, sondern unterstützt auch das natürliche Scharrverhalten.

    Gefüttert wird möglichst im Stall, um Verluste zu vermeiden und Schädlinge fernzuhalten. Saubere Futtertröge und eine gute Hygiene sind dabei unerlässlich.

    Ergänzend kann ganzjährig Grünfutter angeboten werden. Küchenabfälle sollten hingegen nur in Maßen verfüttert werden, da sie schnell zu Verfettung führen und unerwünschte Tiere anlocken können. Frisches, sauberes Wasser muss jederzeit ausreichend zur Verfügung stehen – ohne Wasser keine stabile Legeleistung.

    Häufige Fehler und Einflussfaktoren

    Typische Fehler in der Fütterung sind eine reine Körnerfütterung, zu wenig Calcium, ein falsches Mischverhältnis oder eine zu schnelle Futterumstellung. Auch mangelnde Hygiene wirkt sich negativ auf die Tiergesundheit aus.

    Neben der Fütterung spielen weitere Faktoren eine Rolle, darunter die Tageslichtlänge, die Jahreszeit und das Alter der Tiere. Die Fütterung bleibt jedoch der wichtigste und direkt beeinflussbare Faktor im täglichen Betrieb.

    Fazit

    Eine bedarfsgerechte und konstante Fütterung ist die Grundlage für gesunde Legehennen und eine stabile Leistung. Ob Alleinfutter oder Ergänzungsfutter mit Körnern: entscheidend ist, dass die Versorgung ausgewogen und zuverlässig erfolgt.

    Ein Blick ins Nest zeigt am Ende recht schnell, ob alles passt. 🥚